Anfang Seelenfänger Lichtbilder Schauspielhaus Wegweiser Gästebuch  
      TippsGalerieFachliteratur    
 

Tipps, Tricks und Techniken 

"Unter allen Ausdrucksmitteln ist allein die Fotografie in der Lage, den flüchtigen Moment
klipp und klar für immer festzuhalten." – Henri Cartier-Bresson


1. Vorwort 

In den folgenden Kapiteln möchte ich einige Grundbegriffe der Fotografie vorstellen und Basistechniken erläutern. Dabei erhebt der Text keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ich habe alles nach bestem Wissen und Gewissen überprüft und zur Verfassung des Textes auf Fachliteratur zurückgegriffen. Wer sich näher mit diesen Themen befassen will, wird sicherlich oben unter dem Menüpunkt Fachliteratur fündig. Hier gebe ich einige Empfehlungen zu Fachbüchern rund um die Fotografie.
Dem theoretischen Einstieg sei aber noch ein Witz zur Auflockerung vorangestellt. Denn mit diesen Themen werden wir uns gleich befassen:

"Hast du es schon gehört: unserem Fotografen ist die Frau davongelaufen!"
"Und wie hat er es aufgenommen?"
"ISO 200, Blende 5.6, 1/125s..."

2. Technische Grundbegriffe der Fotografie 

2.1 Filmempfindlichkeit 

Die ISO–Zahl (International–Standardization–Organisation) stammt eigentlich aus der analogen Fotografie–Technik. Dieser Begriff hat sich jedoch auch in der Digitalfotografie gehalten. Die ISO–Zahl beschreibt die Schwärzung des Films durch die Lichtmenge. Je höher die ISO–Zahl, umso empfindlicher ist der Film und umso weniger Licht braucht er, um korrekt belichtet zu werden.
Genauso verhält es sich auch in der digitalen Fotografie. Hier besteht der große Unterschied jedoch darin, dass der Film durch den Bildsensor ersetzt wurde. Zu beachten ist, dass mit steigender ISO–Zahl auch die Dichte der Körnung – in der Digitalfotografie: das Bildrauschen – zunimmt (vgl. Abbildungen 1 und 2).


ISO 100 ISO 1600







Abbildung 2: Ausschnittsvergrößerung eines Fotos bei ISO 1600




Top zur Übersicht


2.2 Blendenöffnung 

Die Blende regelt den Lichteinfall auf den Film bzw. auf den Bildsensor. Je größer die Blendenöffnung ist, umso mehr Licht fällt in einer bestimmten Zeit auf den Film. Die Größe der Blendenöffnung wird durch Lamellen im Inneren des Objektivs eingestellt.
Merke: Je größer die Blendenzahl gewählt wird, desto kleiner ist die Öffnung (und damit auch die einfallende Lichtmenge). Das heißt konkret: bei 2,8 ist die Blendenöffnung sehr groß, bei 16 sehr klein.
Merke: Öffnet man die Blende von einer Stufe zur nächsten, verdoppelt sich die Blendenöffnung! Es fällt also doppelt so viel Licht auf den Film.

Top zur Übersicht


2.3 Belichtungszeit 

Die Belichtungszeit wird durch die Verschlussgeschwindigkeit des Schlitzvorhangs vor der Filmebene geregelt. Je geringer die Belichtungszeit gewählt wird, umso weniger Licht fällt auf den Film. Die Belichtungszeit wird in Sekunden angegeben. Je nach Kameramodell kann sie von mehreren Sekunden bis hin zu 1/4000 Sekunde in festgelegten Schrittweiten eingestellt werden.
Merke: Auch hier bedeutet der Schritt von einer Stufe zur nächsten eine Verdoppelung bzw. Halbierung der Belichtungszeit.

Top zur Übersicht


2.4 Kombination Blende/Verschlusszeit 

Bei größerer Blendenöffnung muss die Belichtungszeit geringer gewählt werden, um das Foto richtig zu belichten. Im folgenden Beispiel ist für beide Kombinationen die gleiche Belichtung des Films zu erreichen:
Blende 16 – Belichtungszeit 1/15 Sekunde
Blende 11 – Belichtungszeit 1/30 Sekunde
Merke: Eine Verdoppelung der Blendenöffnung erfordert eine Halbierung der Belichtungszeit (und umgekehrt).

Top zur Übersicht


2.5 Auswirkung der Belichtungszeit auf das Foto 

Schnelle Bewegungen des Objekts (z.B. ein Auto, Zug etc.) können mit einer kurzen Belichtungszeit "eingefroren" werden (vgl. Abbildung 3). Auf dem Foto ist dann sowohl der Hintergrund als auch das bewegte Objekt scharf abgebildet. Analog dazu kann mit einer längeren Belichtungszeit die Bewegung des Objekts herausgestellt werden (vgl. Abbildung 4). So erscheint dann bei scharfem Hintergrund das Objekt "verwaschen", die Bewegung ist sichtbar auf dem Foto festgehalten.
Bei einer längeren Belichtungszeit ergibt sich daraus die Möglichkeit, die Kamera mit der Bewegung mitzuschwenken. So wird das Objekt scharf abgelichtet, der Hintergrund erscheint aber verwaschen.


Kurze Belichtungszeit Lange Belichtungszeit












Abbildung 4: 1/6 Sekunde; die längere Belichtungszeit
macht die Bewegung des Wassers auf dem Foto sichtbar






Top zur Übersicht


2.6 Schärfentiefe 

Die Schärfentiefe ist der Bereich, der noch genügend scharf auf dem Foto dargestellt wird. Wie tief dieser Bereich ist, hängt von der Brennweite des Objektivs, vom Abstand zum Motiv, vom Punkt der Scharfstellung und der Wahl der Blende ab. Grundsätzlich kann man sagen:
1. Je länger die Brennweite (z.B. 300mm) umso geringer die Schärfentiefe.
2. Je geringer der Abstand zum Motiv, umso geringer die Schärfentiefe.
3. Je kleiner die Blendenzahl, umso geringer die Schärfentiefe (vgl. Abbildungen 5 und 6).
Die Schärfentiefe erstreckt sich ab dem Punkt der Scharfstellung zu einem drittel nach vorn (in Richtung Kamera) und zu zwei Drittel nach hinten (Richtung Hintergrund). Nicht immer kann man die richtige Kombination von Blende und Belichtungszeit für ein Objekt wählen. Es kann zu folgendem Dilemma kommen:
Will man eine schnelle Bewegung scharf ablichten, so wählt man zwangsweise eine kürzere Belichtungszeit. Das hat jedoch zur Folge, dass man die Blende weiter öffnen muss, was in eine Verringerung der Schärfentiefe resultiert. Umgekehrt verhält es sich ebenso. Dieser Umstand lässt sich aber als bildgestalterisches Element in das Foto einbeziehen.


Blende 2,5 Blende 32




Abbildung 6: Der Hintergrund ist wesentlich schärfer
abgebildet. Bild aufgenommen mit Blende 32




Top zur Übersicht


2.7 Verwackelungen vermeiden 

Hat man kein Stativ zur Hand, so wird der Fotoapparat logischerweise in den Händen gehalten. Bei längeren Belichtungszeiten kann es durch die natürlichen Körperschwankungen zu verwackelten Bildern führen. Um das auszugleichen, sollte man einen sicheren Stand suchen (anlehnen, Arme abstützen etc.) und die Belichtungszeit anpassen. Notfalls muss die Empfindlichkeit (ISO) höher gewählt werden.
Als Faustregel gilt: Für ein verwackelungsfreies Foto sollte man mit einer Belichtungszeit von mindestens der gleichen Stufe wie die Brennweite fotografieren. Beispiele:
50 mm Brennweite → 1/50 Sekunde (oder geringer)
300mm Brennweite → 1/300 Sekunde (oder geringer)
Ein guter Fotograf sollte die oben aufgeführten Zusammenhänge Bescheid wissen. Aus diesen vielen Kombinationsmöglichkeiten ergeben sich zahlreiche gestalterische Möglichkeiten für das Foto. So sollte man schon vor dem Auslösen wissen, wie das fertige Foto aussehen soll, um dann die Einstellungen an der Kamera entsprechend vornehmen zu können.

Top zur Übersicht


3. Grundelemente der Bildgestaltung 

3.1 Hochformat oder Querformat? 

Das rechteckige Seitenverhältnis, das bereits durch den Sucher und den Bildsensor der Kamera vorgegeben ist, führt schon (bewusst oder unbewusst) zu einer ersten Entscheidung über das Bildformat. Hochformat oder Querformat? Natürlich kann schon allein die Größe und Form des zu fotografierenden Objekts die Wahl erleichtern oder einschränken. Doch in diesen Formaten liegt mehr Ausdruckskraft, als man im ersten Moment vermuten mag. Den beiden Seitenverhältnissen lassen sich ganz vereinfacht folgende Schlagwörter zuordnen:
Querformat: Ferne, Ruhe, Stille, weit weg, beruhigend, normal, passiv
Hochformat: Nähe, Aktion, nervös, laut, außergewöhnlich, aggressiv
Zudem kann die Bildwirkung durch eine extremere Wahl des Seitenverhältnisses noch verstärkt werden. Schon die Wahl des Bildformats trägt also ganz entscheidend zur Bildwirkung bei. Doch selbstverständlich ist auch die Bildaufteilung und der Bildinhalt wichtig.

Top zur Übersicht


3.2 Der Goldene Schnitt 

Auf den typischen Schnappschüssen ist das fotografierte Objekt sehr oft genau in der Bildmitte zu sehen. Da der Autofokus der meisten Kameras in der Mitte des Suchers platziert ist, ist dies auch verständlich. Doch ein mittig platziertes Objekt hat meistens keine oder nur geringe Wirkung auf den Betrachter. Werden die Objekte etwas aus der Mitte gerückt, ist die Wirkung schon um einiges stärker.
Als natürliche und ausgewogene Bildeinteilung hat sich der Goldene Schnitt erwiesen. Der Goldene Schnitt definiert eigentlich ein bestimmtes Verhältnis bei der Teilung einer Strecke (nämlich 8:13, oder angenähert 3:5). Auf die Konstruktion des Goldenen Schnittes soll hier nicht näher eingegangen werden.
Hilfreich ist aber Abbildung 7, wenn es um die Bildgestaltung beim Fotografieren geht: Liegt das Hauptmotiv auf einer der eingezeichneten Linien, so wirkt das Bild auf den Betrachter ausgewogen. Dabei muss nicht das genaue Verhältnis des Goldenen Schnitts vorliegen. Vielmehr reicht schon, wie hier zu sehen, eine Bildaufteilung nach dem Verhältnis 2:3.


Goldener Schnitt
Abbildung 7: An den goldenen Schnitt angelehnte
Bildaufteilung nach dem Seitenverhältnis 2:3








Top zur Übersicht



3.3 Bilderlesen 

In den westlichen Kulturen verläuft die Leserichtung von links oben nach rechts unten. Diese Gewohnheit hat auch Auswirkungen auf die Art, wie wir Bilder betrachten. Der primäre Bildbereich, also der wichtigste und zuerst betrachtete Bildbereich, liegt demnach in der oberen linken Ecke. Erst als nächstes wenden wir unsere Aufmerksamkeit der Bildmitte und der unteren rechten Ecke zu.
Daraus lässt sich eine blickführende Diagonale erkennen: von oben links nach unten rechts. Problematisch ist dabei allerdings, dass diese Diagonale den Blick geradewegs aus dem Bild leitet. Als Fotograf hat man nun zahlreiche Möglichkeiten, den Blick des Betrachters im Bild zu halten: Eine hellere Bildfläche wirkt anziehender auf das Auge. Ist also das Foto oben links heller als unten rechts, so wird das frühzeitige Austreten des Blickes verzögert. Auch quer zur blickführenden Diagonale liegende Geraden bremsen den Blick.
Verwirrend für den Betrachter wirken hingegen Bilder, in denen eine Diagonale zwar oben links beginnt, sich aber in ihrem Verlauf in zwei Linien unterteilt. Auch Diagonalen, die von unten links nach oben rechts führen, können diese Wirkung haben.

Top zur Übersicht


3.4 Ortssymbolik 

Die Lage eines Motivs in der Bildfläche hat, ebenso wie die Wahl des Seitenverhältnisses, eine bestimmte Symbolik für den Betrachter. Für "Oben" und "Unten" sind diese relativ naheliegend:
Oben: Licht, Freiheit, Leichtigkeit, geistig, schweben, aufsteigen, fliegen
Unten: Schwere, dunkel, sinken, fallen, stürzen, sitzen, gefesselt
Aus der westlichen Lesegewohnheit heraus ergeben sich für "Links" und "Rechts" folgende Eigenschaften:
Links: vergleichbar mit Oben, frei sein, hin in die Ferne, Streben ins Hellere und Leichtere
Rechts: vergleichbar mit Unten, zurück nach Hause, gebunden, Geborgenheit, unfrei
Je nachdem, welche Aussage des Fotos erreicht werden soll, können diese Ortssymboliken eingesetzt werden, um die Bildwirkung zusätzlich zu unterstützen.

Top zur Übersicht


3.5 Der Punkt als Bildelement 

Bereits ein einzelner Punkt hat eine bestimmte Wirkung auf das Auge des Betrachters. Und das muss nicht mal eine positive Wirkung sein: Stellt man sich beispielsweise das Foto einer Straße oder Gasse vor, auf der irgendwo ein Stückchen Papier liegt, so kehrt das Auge immer wieder zu diesem "störenden Punkt" zurück, egal wie ausgewogen das restliche Foto ist.
Kommen mehrere Punkte auf einem Bild vor, so steigt die Wirkung. Ein Punktepaar beispielsweise wirkt unruhig und verwirrent, denn das Auge des Betrachter springt zwischen beiden Punkten hin und her. Dies ist besonders bei Portrait-Aufnahmen problematisch, da hier die Augen der Person eben diese beiden Punkte bilden. Ohne einen dritten Bildpunkt (beispielsweise eine Brosche oder Haarklammer) wird sich das Portrait nur schwer von den zahlreichen gleichartigen Aufnahmen abheben und eine besondere Wirkung entfalten.
Drei oder mehr Punkte bilden eine optische Linie. Der Betrachter folgt den Punkten automatisch, ohne von einer durchgezogenen Linie geführt zu werden.
Setzt man einen Punkt sehr oft nebeneinander, entsteht eine Linie. Über die Lage von Linien und deren Wirkung war bereits in den vorigen Kapiteln ansatzweise zu lesen. Hier soll auch nicht näher darauf eingegangen werden. Auch kann man sich weiterführend noch mit der Wirkung eines Punktes in Kombination mit einer oder mehreren Linien beschäftigen, oder mit der Darstellung geometrischer Objekte über einzelne Punkte... Das Kapitel der Bildgestaltung ist sehr umfangreich, und die bisher angeführten Basiselemente sollen an dieser Stelle genügen.

Top zur Übersicht


4. Eigene Erfahrungen und Tips 

• Sie haben mehr von Ihren Fotos, wenn Sie vorher eine Speicherkarte einlegen...
• Fotos sind heller und kontrastreicher, wenn Sie vor dem Auslösen den Schutzdeckel von der Linse nehmen...
• Speicherkarte eingelegt, Deckel von der Linse genommen und Kamera eingeschaltet - bleibt der Sucher dunkel, kann der Akku leer sein...

Aber jetzt mal Spaß beiseite. Dieses Kapitel ist leider noch nicht ausgearbeitet.

Top zur Übersicht


 
    Kontakt Impressum